Grappling ist, wie Brazilian Jiu Jitsu, eine Hybridkampfsportart, welche sich aus Elementen des traditionellen japanischen Ju-Jutsu, Judo, Ringen, Sambo und Luta Livre zusammensetzt. Es handelt sich um eine schlag- und trittfreie Kampfsportart, wobei der Schwerpunkt im Bodenkampf liegt. Im Kampf wird der Gegner zunächst mit Elementen aus dem Judo oder Ringen zu Boden gebracht und anschließend mithilfe von Aufgabegriffen (Gelenkhebel, Würgegriffe) zur Aufgabe bewegt.
Im Vergleich zu Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ) gibt es einige Unterschiede, die oft durch verschiedene Ausrüstungsvorschriften und Regelwerke in Turnieren bedingt sind.
Ein auffälliger Unterschied liegt in der Ausrüstung: Während im BJJ oft ein Gi (Anzug) getragen wird, ist Grappling eher durch den Einsatz von Rashguards und Shorts charakterisiert. Dies spiegelt sich in der unterschiedlichen Herangehensweise an Techniken und Griffmöglichkeiten wider.
Ein weiterer Unterschied liegt in den erlaubten Hebel- und Kontrolltechniken. In vielen Grappling-Turnieren sind Techniken wie Heel Hooks und andere Leglocks erlaubt, die in BJJ-Turnieren möglicherweise nicht erlaubt sind oder strengeren Einschränkungen unterliegen. Dies beeinflusst die Schwerpunktsetzung und das Training in Grappling und führen dazu, dass Grappling-Athleten spezifische Techniken trainieren, die in BJJ möglicherweise weniger betont werden.
Einen weiteren wichtigen Teil des Grappling-Trainings ist das Ringen Training, da die Kontrolle im Stand ohne Gi eine herausfordernde Aufgabe ist. Die Integration von Ringen stärkt die Fähigkeiten im Standkampf und trägt dazu bei, eine umfassende Palette von Fähigkeiten im Grappling zu entwickeln.
Grappling wird als eigenständige Disziplin betrachtet und bietet eine breite Vielfalt an Techniken und Taktiken, die sich von BJJ sich teilweise unterscheiden und eine dynamische und anspruchsvolle Kampfkunst darstellen.